Über mich
Mein Name ist Jan Lauer und ich bin Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.
Psychiatrisch sehe ich mich in einer sozialpsychiatrischen Tradition auf dem Boden der (saarländischen) Psychiatriereform. Diese war Thema meiner -leider nicht abgeschlossenen- Doktorarbeit: hierfür habe ich mich Ende der 90er-Jahre einige Zeit mit der Historie, der Gegenwart und dem Konzept der offen geführten psychiatrischen Klinik in Merzig beschäftigt.
Nach Abschluss des Studiums und meiner Assistenzarzt-Zeit in der Neurologie habe ich dann ab 2004 in der SHG-Klinik Sonnenberg (Saarbrücken) in der Gerontopsychiatrie und der Erwachsenenpsychiatrie gearbeitet und ab 2009 in Zusammenarbeit mit der Kinder-Jugend-Psychiatrie die Adoleszentenpsychiatrie konzipiert und aufgebaut. Hier wurde ich nach Erlangung des Facharzt-Titels zum Oberarzt berufen. 2014 habe ich dann in die Psychiatrische Institutsambulanz gewechselt und dort die Aspekte der ambulanten Behandlung kennen und schätzen gelernt und über die Jahre viel Erfahrung gesammelt. Ein Jahr lang sogar in Kombination mit der Tätigkeit in einer nervenärztlichen Praxis in Saarbrücken.
Danach war ich für knapp zwei Jahre im Fliedner-Krankenhaus in Neunkirchen (Stiftung "kreuznacher Diakonie") tätig. Dort wurde ich zum leitenden Oberarzt berufen. Von 2022 bis Ende 2024 war ich leitender Oberarzt in der Klinik für Psychiatrie in der Völklinger SHG-Klinik.
Psychotherapeutisch habe ich jahrelang sowohl tiefenpsychologisch als auch verhaltenstherapeutisch gearbeitet und Erfahrungen gesammelt. Durch Einzel- und Gruppentherapien, fundierte theoretische Ausbildungen, Selbsterfahrungen und Supervisionen entwickelte ich ein solides therapeutisches Verständnis und entsprechende Fähigkeiten. Meine verhaltenstherapeutischen Kenntnisse vertiefte ich insbesondere durch die Mitarbeit im DBT-Team (dialektisch-behaviorale Therapie), was dazu führte, dass ich meine Facharztprüfung in Verhaltenstherapie ablegte.
Danach vertiefte ich meine therapeutischen Interessen im SITP (saarländisches Institut für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie) mit einer tiefenpsychologischen Ausbildung in der KIP (katathym imaginative Psychotherapie).
Mein Projekt
Seit über einem Jahrzehnt hatte ich den Gedanken, die Idee, den Wunsch, mich beruflich auf die Behandlung von erwachsenen Autisten und ADHSlern zu konzentrieren. Entweder in der Klinik oder auch in einer (eigenen) Praxis. Der Bedarf war und ist da und mein Interesse ebenfalls. Die Rahmenbedingungen im ambulanten Bereich waren jedoch schwierig und vielleicht fehlte mir bisher der bertiebswirtschaftliche Mut. Eine Privatpraxis wollte ich aus ideellen Gründen nicht! Ich blieb also erstmal in psychiatrischen Kliniken angestellt. Dort war es aber trotz Bemühen um die genannten Inhalte (Versorgung der Neurodiversität) in keiner Klinik möglich, ein tragfähiges, versorgungsrelevantes Konzept aufzubauen.
Nun haben sich die Bedingungen im Gesundheitssystem und meine persönliche Haltung weiter entwickelt und ich darf mich an meinem Praxiskonzept ausprobieren.
Meine Werte
Respekt und Toleranz sind mir äußerst wichtig, und ich strebe danach, Prozesse und Entscheidungen im medizinischen Bereich so transparent wie möglich zu gestalten. Auch wenn es nicht immer perfekt gelingt, bringt mich jeder Versuch einem besseren Ergebnis näher, als es ohne Versuch der Fall wäre. Natürlich unerliege ich gewissen organisatorischen Rahmenbedingungen. Unter anderem wird es wichtig sein, die Termine inhaltlich und organisatorisch gut zu strukturieren. Zudem werde ich versuchen, zwischen der Position der akademischer "Pedanterie" und Pragmatismus auf der Grundlage solider Professionalität und des Humanismus zu balancieren.
Diskurs
Autismus und ADHS werden medizinisch als Erkrankungen oder Störungen definiert, sollten alternativ aber besser als Varianten der Norm betrachtet werden. Sie prägen die (Entwicklung der) Persönlichkeit und das Selbstverständnis erheblich.
Neurodiversität beschreibt die Vielfalt neurologischer Zustände als Teil menschlicher Diversität und ist nicht per se eine Pathologie, führt aber regelhaft zu Folgekomplikationen.
Hat eine Person Autismus oder ist sie Autist oder Autistin?
Die resultierenden Folgen können als Komplikationen, eigenständige Erkrankungen, Differentialdiagnosen oder Komorbiditäten verstanden werden.
Diese Fragen sind wichtig und verdienen eine tiefe Auseinandersetzung im Dialog mit Betroffenen und Fachleuten.